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Primarschule

Die Primarschule ist vielleicht die wichtigste Etappe im Leben eines Kindes. Viele von uns haben Erinnerungen von der 1. bis zur 6. Klasse, die wir unser Leben lang nicht vergessen. Umso wichtiger ist dieser Abschnitt für die Zukunft aller Schülerinnen und Schüer, bildet es doch das Fundament für die Freude und den Erfolg am Lernen. Positive und angenehme Erinnerungen in der Primarschule führen zu Zufriedenheit und Erfolg bei weiterführenden Ausbildungen. In den folgenden Abschnitten erklären wir die wichtigsten Ziele in den Kursen Sprache und Mathematik und erklären wie wir unseren Lehrplan altersgemäss vermitteln.

Ziele in der 1. Klasse

Sprache: Die Schülerinnen und Schüler haben den erste Kontakt mit den Buchstaben. Aber bevor eine abstrakte Form einfach auswendig gelernt wird, hören die Schüler eine Geschichte dazu und lernen einen Reim dazu kennen. Im Reim ist auch gleich der Klang des neuen Buchstabens versteckt. So hat jeder Buchstaben seine eigene Geschichte und seinen eigenen Reim und ist nicht nur ein Symbol mit Linien und Kurven. Die Kinder lernen so, dass Klang, Form und Geschichte von einem Buchstaben unbedingt zusammen gehören.

Mathematik: Kinder mit 6-7 Jahren haben oft kein grosses Vorstellungsvermögen von Zahlen und Einheiten. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler vielleicht schon bis 50 oder 100 zählen können, heisst das noch nicht, dass sie auch eine Vorstellung davon haben wie viele Dinge es braucht um 20, 30 oder mehr darzustellen. Deshalb lernen die Erstklässler einen Sinn für eine bestimmte Anzahl Dinge zu entwickeln. Sie tun indem sie Schritte zählen, Seil springen und Dinge des täglichen Lebens zählen. In einem zweiten Schritt lernen die Kinder dann, Dinge zusammenzuzählen und abzuziehen und schliesslich zu multiplizieren und zu dividiren.

Ziele der 2. Klasse

Sprache: Die Kinder vertiefen ihr Verständnis von den Buchstaben und stossen allmählich in weitergehende Themen vor. Mit Hilfe von einfachen Lektüren lernen die Schülerinnen und Schüler Texte zu verstehen und können nun auch selber einfache Sätze schreiben. Desweiteren lernen die 2. Klässler Sätze mit Punkten voneinander zu trennen und bringen auch mit Kommas, Ausrufezeichen, Fragezeichen etc. Struktur in die Sätze.

Mathematik: Die Schülerinnen und Schüler stossen nun in den Zahlenbereich bis 100 vor und vertiefen ihr Verständnis für Zahlen und Einheiten. In den Grundrechenoperationen gewinnen die Kinder jetzt mehr und mehr Sicherheit und Rutine. Aus ihrem Alltag können sie einfache Probleme lösen und auch selber formulieren.

Ziele der 3. Klasse

Sprache: Die 9 jährigen Kinder beginnen die Welt nun anders zu betrachten: Nicht alles was sie hören und sehen nehmen sie für bare Münzen, sie beginnen Dinge zu hinterfragen und zweifeln über ihre Umwelt, die Ihnen bis jetzt selbstverständlich vorkam. In dieser Etappe ist es wichtig, dass wir den Kindern zeigen, wie sie ihre Gedanken neu einordnen können. Zum Beispiel mit dem Aufschreiben von eigenen Erfahrungen, dabei lernen die Schüler ihre Gedanken zu ordnen und in eine sinnvolle Reihenfolge bringen. Beim Schreiben werden die Kinder jetzt auch mehr mit der Grammatik und dem Aufbau der Sprache konfrontiert. Sie lernen was Verben, Nomen und Adjektive für eine Funktion haben.

Mathematik: Auch im Rechnen geht es nun darum Ordnung in die Welt der 9 Jährigen zu bringen. Sie lernen wie sie ihre Umwelt vermessen und einteilen können. Sie vergleichen Grössen, Volumen und Gewichte und auch das Geld lernen die Drittklässler jetzt kennen. Mit all den neuen Massen werden wieder die Grundrechenoperationen geübt.

Ziele der 4. Klasse

Sprache: Die Kinder entwickeln mehr und mehr ihre eigene Persönlichkeit und beginnen sich nun auch für Personen ausserhalb ihrer eigenen Familie zu interessieren. Deshalb lesen die Kinder vermehrt Biografien und informieren sich über historische Eregnisse, die Ihrem Alter entsprechen. In ihren Texten können die Kinder jetzt Personen beschreiben, charakterisieren und über deren Stärken und Schwächen sprechen.

Mathematik: In dieser Etappe lernen die Kinder die Welt der Brüche kennen. Mit Übungen und eigenen Experimenten beginnen die Viertklässler ein Gefühl für Hälften, Viertel, Drittel, Achtel etc zu entwickeln. In ihrer Umgebung können die Kinder Dinge benennen, die nicht ganz sind und die je nachdem ergänzt oder verkleinert werden können. Mit der Zeit lernen die Schüler auch andere Arten von Zahlen kleiner als eins kennen, zum Beispiel Prozentzahlen oder Dezimalzahlen.

Ziele der 5. Klasse

Sprache: Die Schülerinnen und Schüler werden selbständiger, kennen ihre eigenen Interessen und können sich auch dazu äussern. In diesem Alter unterstützen wir die Schüler ein eigenes Thema auszuwählen und darüber Informationen zu finden. Als Quelle benutzen die Kinder Bücher, das Internet, Videos etc. Am Ende sind die Fünftklässler in der Lage ihre Resultate in einer strukturierten Form zu präsentieren.

Mathematik: Das Wissen der vorangehenden Jahre wird vertieft und auf immer etwas kompliziertere Probleme angewendet. Als Erweiterung der Multiplikation kommen die Schüler in Kontakt mit den Potenzen und deren Gegenteil der Wurzel. Mit den Reihen müssen die Kinder nun eine angemessene Geschwindigkeit erreichen und sollten gemischte Aufgaben bis zur 12er Reihe problemlos lösen können.

Ziele der 6. Klasse

Sprache: In dieser Etappe können die Kinder verschiedene Textsorten unterscheiden. Zum Beispiel: Anleitungen, historische Texte, Interviews, Artikel, Nachrichten, Forschung und Studien etc. Die Schülerinnen und Schüler können auch eigene Texte in der gewünschten Textart verfassen und eigene Nachforschungen zu den Inhalten anstellen.

Mathematik: In der Geometrie können die Schüler Formen konstruieren und entwickeln einen Sinn für Winkelmasse. Sie lernen wie man Oberflächen und Volumen von einfachen Körpern berechnen kann. Im Umgang mit dem Kreis, lernen sie die Naturkonstante π kennen. Auf experimentellem Weg lernen die Kinder auch den Umgang mit einigen physikalischen Gesetzen z.B. mit der Geschwindigkeit kennen.

Ausprobieren um zu verstehen

Wir sind der Meinung, dass die Schüler so viel wie möglich ausprobieren sollen, bevor sie sich mit der Theorie der Dinge beschäftigen. Dieser Prozess geht oft viel tiefer als eine Formel oder ein gegebenes Konzept auswendig zu lernen. Wo immer möglich versuchen wir den Kindern eine ganzeitliche Erfahrung über ein Thema zu ermöglichen. Dies soll Intellekt, Gefühle und Bewegung einschliessen. Natürlich geht dieser Prozess oft etwas länger, dafür wurde der Stoff aber viel tiefgreifender behandelt.